Der in Regensburg lebende Autor arbeitet seit Mitte der 80er Jahre auch als freier Regisseur.

Sein erstes Theaterstück „Emerenz“ wurde 1982 vom Stadttheater Ingolstadt uraufgeführt, mit Lisa Fitz in der Titelrolle. Die Zeitschrift „Theater heute“ schrieb damals: „Berlinger ist der Dialekt nicht ein Mittel, um Heimeligkeit zu skizzieren, er dient ihm dazu, Fremdheit und Außenseitertum gerade der unmittelbaren Umgebung gegenüber zu veranschaulichen.“

Weitere Stücke und Inszenierungen folgten, zum Beispiel „Conquista“, „ein Stück Regensburger Theaterrevolution" (Helmut Hein in der „Woche“). Eine regionale historische Begebenheit als Vorlage wählte Berlinger auch für sein Stück „Blomberg“: die Liebesaffäre von Kaiser Karl V. mit einem Regensburger Bürgermädchen. "Eine neue, eigenwillige und expressive Version des Stoffes“, urteilte das Bayerische Fernsehen nach der Uraufführung.

Für heftige Diskussionen sorgte das „Dollingerspiel“, gezeigt 1995 und 1997 auf dem Haidplatz in Regensburg vor insgesamt 15.000 Zuschauern. „Das altchristliche Propagandastück wurde gegen den Strich gebürstet und in einer umstritten-bejubelten Inszenierung als effektvolles Open-Air-Spektakel aufgeführt“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Nach dem Abschluss dieser „Trilogie der Gewalt“ (Conquista, Blomberg, Dollinger) inszenierte Berlinger in den drei Sommern 1998 bis 2000 für das „Theater im Hesperidengarten“ drei amouröse Stücke, eine „Trilogie der theatralischen Lieben“. Auf Georg Büchners „Leonce und Lena“ folgte „Werther Goethe / Lektionen in Liebe“ und schließlich Gombrowicz' „Yvonne, die Burgunderprinzessin“.



In den Jahren 1997 bis 1999 entstand auch Berlingers erster abendfüllender Film, der in der Regensburger Filmgalerie „Leerer Beutel“ und im Museum Moderner Kunst in Passau uraufgeführt wurde: „Der Damenherr. Die Heimsuchung des Alfred Kubin“. „Eine eigene, ruhige und doch spannende Ästhetik und Kunstsprache wird hier entwickelt“ (Edith Rabenstein in der Passauer Neuen Presse).

Für die Millenniumsfeierlichkeiten der Stadt Regensburg inszenierte Berlinger im Juli 2000 in einem monumentalen Steinbruchgelände „SFinX – Poesie der Apokalypse“, eine Theaterperformance mit vier Engeln, einem Prediger und einem Muldenkipper. „Ein mächtiger Kontrapunkt am bayerischen Festhimmel“ (Harald Raab in der Mittelbayerischen Zeitung).

Nach der Uraufführung seiner neuen Version des Don- Juan-Stoffes im Hesperidengarten titelte die Süddeutsche Zeitung: "Don Juan im Haferfeld. Auf einem Gut nahe Regensburg feiert Joseph Berlinger Theatererfolge im Freien".

Im April 2004 widmete das renommierte, in Köln erscheinende Theatermagazin „Die deutsche Bühne“ dem Bally-Prell-Theaterabend von Joseph Berlinger zwei ganze Seiten. „Kunst kommt im Hesperidengarten so selbstverständlich, so leicht daher“, schreibt die Theaterkritikerin Eva Maria Fischer, "als sei es keine Kunst, Künstler zu sein …“.

Als mobile Gastspielproduktion konzipierte Joseph Berlinger seine Inszenierung der „Pfarrhauskomödie“ des Expressionisten und Exzentrikers Heinrich Lautensack. Nach der Premiere schrieb der Kritiker Franz Pegemeyer im „Neuen Tag Weiden“: "Das Publikum im Regensburger Turmtheater trampelte am Ende vor Vergnügen und wollte vor lauter Beseeltheit und tätiger Nächstenliebe die Akteure gar nicht mehr von der Bühne lassen …"

Das Jahr 2004 stand ganz im Zeichen der Spurensuche und Recherchen zu Adalbert Stifter. Im Frühjahr 2005 erschien Berlingers Buch „Das Meer muss ich sehen. Eine Reise mit Adalbert Stifter“ im Morsak Verlag.
„Vor allem mag ich die entschlossene und kluge Subjektivität …“ schrieb Eva Demski zu diesem Buch, und Eckhard Henscheid meinte: „Das Buch ist schön, phantasievoll gearbeitet und sehr entspannt, um nicht zu sagen relaxt …“ 2005 kam es auch noch zur Uraufführung von Berlingers Theaterstück „Die sieben Todsünden“ im Hesperidengarten.

Im Frühjahr 2007 veröffentlichte der Regensburger Lohrbär Verlag ein Hörbuch von Joseph Berlinger: „Hoffnung Havanna. Die Odyssee des Regensburger Kunstradfahrers Simon Oberdorfer“. „Berlinger vermittelt mit seinem Text, ergänzt durch Interviews und Redeausschnitte von Nazi-Größen, ein spannendes und bedrückendes Bild vom Leben des Simon Oberdorfer, das zu einem Stück deutscher Geschichte geworden ist.“ (Süddeutsche Zeitung).

Im September / Oktober 2007 war Joseph Berlingers Theaterstück „Finnischer Tango“ im Hesperidengarten zu sehen. 2008 hatte Berlingers Theaterstück „Zum Koppenjäger“, eine Auftragsarbeit der „Festspiele Europäische Wochen“, im Theater an der Rott in Eggenfelden Premiere.

2009 inszenierte er seine Stücke „Sissi - das Versprechen“ im Regensburger Turmtheater, „Sissi - das Geheimnis“ als Theater auf einem Schiff der Firma Klinger, und „Napoleon“ als Schlossfestspiel in Alteglofsheim.

Anfang 2010 erschien beim Bayerischen Rundfunk die 5-CD-Hörbuch-Box "Bayern Kult Rituale“ mit 5 seiner besten Radiofeatures. Im Frühjahr präsentierte der Merian-Verlag den Reiseführer "Bayerns beste Seiten“ mit Joseph Berlingers Oberpfalz-Porträts. Und im Sommer gab es wieder Theater im Hesperidengarten: eine Weitererzählung  von Georg Büchners „Leonce und Lena“. „Leonce und Lena“ spielt am 1. Hochzeitstag der beiden. Leonce ist spurlos verschwunden…